Cannabis (Haschisch & Marihuana)

Porzellanteller mit Marihuana und JointsBild: pixabay / cheifyc (CC0)

Was ist Cannabis, Haschisch bzw. Marihuana?

  • Cannabis (Gras) wird aus der Hanfpflanze, der Cannabis Sativa gewonnen.
  • Cannabis ist eine bewusstseinsverändernde Droge.
  • Cannabis bzw. Marihuana besteht aus den getrockneten Blüten der Pflanze.
  • Haschisch ist das zusammengepresste Harz aus den Blütenständen der Cannabis-Pflanze
  • Haschisch und Marihuana können geraucht (kiffen), gegessen (Space-Cake) oder getrunken (Kakao, Tee) werden.
  • Der Wirkstoff ist THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol).

Wie wirkt Cannabis?

  • Der Konsum verursacht oft rote oder tränende Augen und einen trockenen Mund.
  • Das Herz schlägt schneller.
  • Cannabis verstärkt die Stimmung: Wenn man sich gut fühlt, fühlt man sich nach dem Konsum noch besser. Wenn man sich schlecht fühlt, kann dieses Gefühl ebenso verstärkt werden.
  • Cannabis sorgt für ein entspanntes „High"- Gefühl.
  • Nach dem Kiffen kann man sich „stoned" fühlen, d.h. man hat ein schweres Gefühl in den Armen und Beinen.
  • Viele Konsument/innen bekommen oft einen Lachanfall oder einen Esskick.
  • Die Wahrnehmung von Farben und Musik wird intensiver.

Welche Risiken birgt der Konsum von Cannabis?

  • Das Rauchen von Haschisch und Gras erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
  • Häufiger Konsum von Cannabis kann insbesondere im Jugendalter die persönliche Entwicklung hemmen.
  • Die Konzentration und das logische Denkvermögen werden herabgesetzt.
  • Durch die bewusstseinsverändernde Wirkung besteht die Gefahr eine negative Reaktion (bspw. Ängste, Panik) auf den Konsum von Haschisch oder Gras zu zeigen.
  • Die Menge Marihuana, die man zu sich nimmt, ist beim oralen Verzehr (bspw. von sogenannten Space-Cakes oder Magic Cookies) schwierig zu dosieren.

Welches Suchtpotenzial hat Cannabis?

  • Cannabis macht körperlich nicht abhängig. Der Konsum kann jedoch psychisch abhängig machen.
  • Das Beenden führt bei häufigem Konsum großer Mengen Cannabis zu katerähnlichen Entzugssymptomen.
  • Etwa 20 % der Personen die im vergangenen Jahr Cannabis konsumiert haben, zeigen ein klinisch relevantes Konsumverhalten.

Wer konsumiert Cannabis?

  • Cannabis ist die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge.
  • Ca. 3 Millionen Menschen in Deutschland haben in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert
  • Das durchschnittliche Einstiegsalter in den Konsum liegt bei 19 Jahren
  • Etwa 9 % der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland haben Konsumerfahrungen mit Cannabis.
  • Etwa 1 % der Jugendlichen haben im letzten Monat gekifft
  • Unter den jungen Erwachsenen (18 bis 25 jahre) haben etwas mehr als ein Drittel (35,5 %) bereits mindestens einmal Cannabis konsumiert.
  • Etwa 3 % der Erwachsenen haben in den letzten 30 Tagen mindestens einmal Cannabis konsumiert.

Staatliche Politik und Gesetzgebung

  • Strafbar sind nach dem Gesetz der Anbau, der Besitz (auch zum ausschließlichen Eigenbedarf), der Erwerb, die Abgabe, die Ein- und Ausfuhr sowie nahezu alle Umgangsformen mit Cannabis.
  • Der unmittelbare Verbrauch, also der reine Konsum, ist grundsätzlich straffrei.
  • Lt. „Cannabisbeschluss" vom 9. März 1994 soll bei geringen Cannabismengen ausschließlich zum Eigenkonsum von einer Strafverfolgung abgesehen werden. Bezüglich des Begriffs „geringe Menge" gibt es keine klare Regelung.

Quellenangabe

Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (2010). Hilfe, mein Kind pubertiert! Rauschmittelkonsum im Jugendalter und andere Herausforderungen. Leitfaden einer Seminarreihe für Eltern. Münster: Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL).

Übernommen mit freundlicher Genehmigung des LWL

Orth, B. (2016). Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2015. Rauchen, Alkoholkonsum und Konsum illegaler Drogen: aktuelle Verbreitung und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Piontek, D., Gomes de Matos, E., Atzendorf, J. & Kraus, L. (2016). Kurzbericht Epidemiologischer Suchtsurvey 2015. Tabellenband: Konsum illegaler Drogen, multiple Drogenerfahrung und Hinweise auf klinisch relevanten Drogenkonsum nach Geschlecht und Alter im Jahr 2015, München: IFT Institut für Therapieforschung.