„Legal Highs" und Neue Psychoaktive Substanzen (NPS)

Packungen mit Neuen Psychoaktiven Substanzen Spice K2Bild: US Drug Enforcement Agency

Was sind „Legal Highs"?

  • Im Chemielabor entwickelte Drogen, die z.B. als Räuchermischungen, Duftsäckchen oder Badesalze angeboten werden, um nicht sofort verboten zu werden.
  • Aufgrund der Vielzahl der Substanzen lassen sie sich keiner einzelnen Wirkungsklasse zuordnen.
  • Der größte Teil der „Legal High"-Produkte enthält Synthetische Cannabinoide. Diese konnten z.B. im mittlerweile verbotenen „Spice" nachgewiesen werden. Synthetische Cathinone sind ebenfalls recht stark verbreitet. Hierzu gehört z.B. die ebenfalls mittlerweile verbotene Substanz Mephedron.
  • „Legal Highs" kann man vor Ort in Head Shops oder in spezialisierten Shops im Internet kaufen.
  • Häufig werden diese Substanzen als "Research Chemicals" und vor allem in der Fachsprache auch als Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) bezeichnet.

Wie wirken „Legal Highs"?

  • Die Wirkstoffe von „Legal Highs" sind meist unbekannt, der Wirkstoffgehalt schwankt häufig stark. Entsprechend weiß man im Vorfeld meist nicht, was sie enthalten und wie sie wirken.
  • Synthetische Cannabinoide erzeugen eine ähnliche Wirkung wie Cannabis, wobei deutlich stärkere Rauschzustände auftreten können als beim Konsum von Haschisch / Marihuana.
  • Cathinone wirken aufputschend bzw. euphorisierend, abhängig von der genauen Formel kann die Wirkung mit Kokain, Amphetamin oder Ecstasy verglichen werden.

Welche Risiken bergen „Legal Highs"?

  • In der Regel sind die Inhaltsstoffe der jeweiligen „Legal High"-Produkte nicht bekannt. Art und Stärke der Wirkung sind im Vorfeld also nicht absehbar.
  • Die Wahrnehmung kann stark verändert werden, das Urteilsvermögen kann deutlich herabgesetzt werden. Es kann zu Angstzuständen kommen.
  • Oft handelt es sich um neue Wirkstoffe, über deren (Neben-)Wirkungen noch nicht viel bekannt ist.
  • Gelegentlich kam es bereits zu Todesfällen nach der Einnahme von NPS.

Welches Suchtpotenzial haben „Legal Highs"?

  • Ähnlich wie die Stoffe, mit denen sie chemisch verwandt sind, können „Legal Highs" zu einer starken psychischen Abhängigkeit führen.

Wer nimmt sie?

  • Der Konsum unter Jugendlichen ist zur Zeit (Stand: 2017) sehr selten. Unter den jungen Erwachsenen geben 2,2 % an bereits einmal Neue Psychoaktive Substanzen konsumiert zu haben.
  • Je nach Wirkstoff werden NPS analog zu den klassischen Substanzen auf Partys oder zum Entspannen konsumiert.

Staatliche Politik und Gesetzgebung

  • Die meisten Substanzen, die als „Legal Highs" bezeichnet werden, fallen unter das Betäubungsmittelgesetz und sind somit verboten. Psychoaktive Substanzen, die (noch) legal sind, werden in aller Regel früher oder später verboten.

Quellenangabe

EMCDDA–Europol 2011 Annual Report on the implementation of Council Decision 2005/387/JHA

EMCDDA: Drug profiles: Synthetische Cannabinoide

EMCDDA: Drug profiles: Synthetische Cathinone

Orth, B. (2016). Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2015. Rauchen, Alkoholkonsum und Konsum illegaler Drogen: aktuelle Verbreitung und Trends. BZgA-Forschungsbericht. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.