Medikamente: Schlaf- und Beruhigungsmittel

Medikamente, PillenBild: pixabay / jarmoluk (CC0)

Schlaf- und Beruhigungsmittel: Worum geht es?

  • Schlaf- und Beruhigungsmittel (hier: Benzodiazepine) sind betäubende Substanzen, die bei Schlafproblemen, Ängsten und Spannungen verschrieben werden.
  • Bekannte Markennamen sind: Librium, Valium, Planum, Normoc, Remestan.

Wie wirken sie?

  • Die Einnahme von Benzodiazepinen führt zu einer Dämpfung von Nervosität und Angstgefühlen.
  • Das Reaktionsvermögen ist verlangsamt, die Bewegungen werden träger. Das Konzentrationsvermögen nimmt ab.
  • Anstatt normal zu schlafen, kann es aufgrund des Medikaments zu einem Zustand ähnlich der Bewusstlosigkeit kommen.

Welche Risiken bergen Schlaf- und Beruhigungsmittel?

  • Schlaf- und Beruhigungsmittel können Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schwindelgefühle, Übelkeit und Durchfall haben.
  • Die Kombination mit Alkohol ist sehr riskant: Es kommt zur gegenseitigen Verstärkung der Wirkstoffe.
  • Die Ursachen der zugrundeliegenden Probleme werden durch die Einnahme nicht beseitigt.

Welches Suchtpotential haben Schlaf- und Beruhigungsmittel?

  • Sie machen schnell körperlich und psychisch abhängig.
  • Nach wenigen Wochen braucht man bereits eine höhere Dosis und es fällt immer schwerer, das Medikament abzusetzen.
  • Rat: Solche Medikamente niemals länger als drei Wochen einnehmen.

Wer nimmt sie?

  • Es liegen keine Angaben über den Konsum von Schlaf- und Beruhigungsmitteln bei Jugendlichen vor.
  • Von den 18- bis 20-Jährigen haben im letzten Monat 1,5 % mindestens wöchentlich Schlaf- bzw. Beruhigungsmittel eingenommen.
  • Bei Frauen (2,5 %) ist die wöchentliche Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln deutlich häufiger als bei Männern (0,5 %).

Staatliche Politik und Gesetzgebung

  • Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von Schlaf- und Beruhigungsmitteln, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind.
  • Benzodiazepine und andere starke Mittel sind jedoch nur mit Rezept erhältlich.

Quellenangabe

Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (2010). Hilfe, mein Kind pubertiert! Rauschmittelkonsum im Jugendalter und andere Herausforderungen. Leitfaden einer Seminarreihe für Eltern. Münster: Koordinationsstelle Sucht des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL).

Übernommen mit freundlicher Genehmigung des LWL.

Piontek, D.,Atzendorf, J., Gomes de Matos, E. & Kraus, L. (2016). Kurzbericht Epidemiologischer Suchtsurvey 2015. Tabellenband: Medikamenteneinnahme und Hinweise auf klinisch relevanten Medikamen-tengebrauch nach Geschlecht und Alter im Jahr 2015. München: IFT Institut für Therapieforschung.