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Akute Risiken bei synthetischen Cannabinoiden

Seit der Entdeckung körpereigener Rezeptoren für Cannabinoide arbeitet die Forschung an neuen synthetischen Verbindungen, auf der Suche nach möglichen Medikamenten für die Behandlung bestimmter Erkrankungen. Ungeachtet der bislang noch nicht systematisch erforschten gesundheitlichen Risiken, die mit den neuen Substanzen verbunden sein könnten, werden synthetische Cannabinoide inzwischen auch als Rauschmittel konsumiert - mit ungewissen Folgen für Konsumierende.

Manche von ihnen landen in der Notaufnahme. Ein deutsches Forschungsteam hat nun Daten, die der Giftnotzentrale Freiburg gemeldet wurden, ausgewertet. Von 2008 bis 2011 wurden 48 Personen registriert, die notfallmedizinisch behandelt wurden und zugaben, synthetische Cannabinoide konsumiert zu haben. Von 29 Personen lagen auswertbare Daten vor. Viele der berichteten akuten Folgen sind auch von THC bekannt, darunter Unruhe, Angstsymptome und Halluzinationen.
Teils gravierende Folgen

Ein Teil der dokumentierten Folgen wurde jedoch als eher untypisch für die Wirkung von Cannabis eingestuft. Dazu zählte das Forschungsteam aggressives Verhalten, Krampfanfälle, Bluthochdruck, starke Übelkeit und Kaliummangel (Hypokaliämie). Insbesondere letzteres wurde in einem Falle als besonders schwerwiegender Notfall gewertet. Kalium ist wichtig für viele Körperfunktionen. Bei Kaliummangel können Müdigkeit und Muskelschwäche bis hin zu Herzrhythmusstörungen auftreten.

Das Forschungsteam geht davon aus, dass die für Cannabis untypischen Symptome Folge der synthetischen Cannabinoide sind. Insbesondere JWH-122 und JWH-210 seien „extrem potente" synthetische Cannabinoide. Seit Juli 2012 sind diese Substanzen dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt worden. Es gäbe allerdings mehrere Hundert verschiedene synthetische Cannabinoide, die das Potential haben, als Cannabisersatz missbraucht zu werden.

Die Gesamtanzahl an registrierten Fällen sei jedoch wenig aussagekräftig, betont das Forschungsteam, da diese nur die an das Giftnotzentrum gemeldeten Fälle umfasst. Da synthetischen Cannabinoide noch relativ neu sind, sei es möglich, dass viele Fälle unentdeckt bleiben und nicht gemeldet werden.

Quelle: drugcom.de

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