Bild: janulla / istockphoto.com

Langfristige Hirnveränderungen bei Stimulanzienkonsum

(28.03.2013) - Ein deutsch-australisches Forschungsteam konnte bei einer Gruppe von Personen, die Stimulanzien konsumiert hatten, eine abnorme Vergrößerung der Substantia Nigra feststellen. Diese Hirnregion steht in Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit.

Der Konsum von Stimulanzien wie Methamphetamin oder Ecstasy steht seit längerem im Verdacht, neurotoxisch zu wirken, also das Gehirn zu schädigen. Die Wirkung dieser Substanzen beruht auf der Ausschüttung von bestimmten Neurotransmittern, darunter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. Hirnregionen, in denen es eine hohe Dichte dieser Neurotransmitter gibt, sind besonders anfällig für Schäden.

Eine dieser Regionen ist die Substantia Nigra. Sie ist Bestandteil des Hirnstamms und wichtig für die Steuerung und Koordination von Bewegungen. Ein Forschungsteam unter der Leitung von Gabrielle Todd hat mit Hilfe einer speziellen Technik die Substantia Nigra bei Personen vermessen, die Stimulanzien konsumiert haben. Im Schnitt hatten diese Personen über 500-mal Amphetamine oder Ecstasy in ihrem Leben konsumiert. Zum Vergleich wurden zwei Kontrollgruppen herangezogen: Eine Gruppe hatte keine Erfahrung mit Drogen, die andere nur mit Cannabis.

Ultraschallmessung

In der Studie kam eine besondere Ultraschallmethode zur Anwendung: die transkranielle Sonographie. Aus dem Echo der Ultraschallwellen lassen sich Schlussfolgerungen über die Größe und Beschaffenheit von Hirnarealen ableiten.

Den Messungen zufolge war die Substantia Nigra in der Stimulanziengruppe abnorm vergrößert. Da die Konsumentinnen und Konsumenten durchschnittlich bereits 2 Jahre abstinent waren, müsse damit gerechnet werden, dass die Veränderungen langfristig sind. Hingegen zeigten weder die Personen ohne Drogenerfahrung noch die Cannabiskonsumierenden auffällige Werte.

Risikofaktor für Parkinson

Aufgrund früherer Studien sei bekannt, dass die Vergrößerung der Substantia Nigra ein Risikofaktor für die Entstehung der Parkinson-Krankheit ist. Das Forschungsteam weist daher darauf hin, dass der Konsum von Stimulanzien ebenfalls als Risiko für die Entwicklung der Parkinson-Krankheit betrachtet werden muss.

Eine genaue Differenzierung, welche Stimulanzien den größten Einfluss haben, lassen die Ergebnisse jedoch nicht zu, da keiner der Teilnehmenden nur eine Droge konsumiert hatte. Aus Sicht des Forschungsteams ist dieser Umstand aber keine Einschränkung, da in der Realität die meisten Konsumierenden ohnehin Mischkonsum betreiben. Cannabis konnte hingegen als Ursache ausgeschlossen werden, da die Kiffer keine Auffälligkeiten zeigten, zumindest was die Größe der Substantia Nigra betrifft.

Quelle: drugcom.de

Zurück zu den News