jugendlicher mit joint sitz bei einer party auf dem sofa
Bild: istock.com / sturti

Cannabis geht an die Substanz

(13.11.2013) - Alkohol und Cannabis können die Hirnentwicklung im Jugendalter stören. Erstmals wurde der Einfluss dieser Substanzen in einer Studie untersucht, in der die Gehirne von Jugendlichen vor und nach dem Konsumeinstieg „durchleuchtet" wurden.

Bis zum Ende der Pubertät befindet sich das Gehirn in einer wichtigen Entwicklungsphase. Nervenbahnen in der so genannten weißen Substanz des Gehirns bilden sich erst noch aus. In der weißen Substanz befinden sind die „Verbindungskabel" zwischen den Nervenzellen der Großhirnrinde, die als graue Substanz bezeichnet wird. Verschaltungen, die in den frühen Lebensphasen angelegt werden, prägen das Gehirn womöglich ein Leben lang. Jeglicher Eingriff in diesen Prozess kann langfristige negative Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit des Gehirns haben.

Studien weisen darauf hin, dass sowohl Alkohol als auch Cannabis die Entwicklung der weißen Substanz beeinträchtigen können. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die Gehirne konsumierender Jugendlicher schon vor dem Einstieg strukturelle Unterschiede im Vergleich zu denen abstinenter Jugendlicher aufweisen. Und Jugendliche, die Cannabis konsumieren, trinken in der Regel auch Alkohol. Daher ist bislang unklar, wie stark der Einfluss von Cannabis auf die Gehirnentwicklung ist, da Alkohol praktisch immer mit eine Rolle spielt.

Susan Tapert und ihr Forschungsteam haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, den Einfluss von Cannabis in einer Vorher-Nachher-Untersuchung zu erforschen. Das Team hat 16 Jugendliche zunächst im Alter zwischen 16 und 18 Jahre und dann drei Jahre später untersucht. Dabei wurde die weiße Substanz mit Hilfe einer speziellen Variante der Magnetresonanztomographie, der Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI), untersucht.

Alle Jugendlichen wiesen zu Beginn nur minimale Erfahrung mit Alkohol und Cannabis auf. In den folgenden drei Jahren haben sich die Konsummuster verändert. Alle Jugendlichen haben sich mehr oder weniger oft betrunken, acht von ihnen sind zudem in den regelmäßigen Cannabiskonsum eingestiegen.

Obwohl frühere Studien Hirnveränderungen durch Rauschtrinken nachweisen konnten, wiesen die acht Jugendlichen, die nur Alkohol getrunken hatten, keine signifikanten Veränderungen in der weißen Substanz auf. Hingegen zeigte sich eine „geringere Integrität" der weißen Substanz bei den Jugendlichen, die verstärkt angefangen hatten zu kiffen. Das bedeutet, dass die Reifung der Nervenfasern bei den Cannabiskonsumierenden in einem schlechteren Zustand war als bei Jugendlichen, die nur Alkohol getrunken hatten.

Nach eigenen Angaben des Forschungsteam konnte somit erstmals in einer Vorher-Nachher-Untersuchung nachgewiesen werden, dass Cannabiskonsum im Jugendalter negative Auswirkungen auf die Entwicklung der weißen Substanz hat. Einschränkend muss aber erwähnt werden, dass die Stichprobe sehr klein ist und die Ergebnisse somit nur vorläufigen Charakter haben.

Quelle: drugcom.de

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